Nach der Geburt, wenn das Baby auf der Welt ist, löst sich die Plazenta nach und nach und wird ausgestoßen. Diese Phase geht mit mäßigen Blutungen einher, die mechanisch aufhören, sobald die Gebärmutter beginnt, sich zusammenzuziehen. Blutungen nach der Geburt sind daher normal – gefährlich wird es erst, wenn zu viel Blut verloren geht.
Mehr als 500 ml Blutverlust
In Frankreich spricht man von einer Geburts- oder Wochenbettblutung (HPP) bzw. von der Nachgeburtsphase, wenn der uterine Blutverlust innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt mehr als 500 ml (2 Tassen) beträgt.
In vielen Ländern muss der uterine Blutverlust jedoch mehr als 1000 ml (4 Tassen) betragen [1].
Wenn man zum Beispiel Blut spendet, werden zwischen 420 und 480 ml entnommen. Für die meisten gesunden Menschen wird dies in der Regel gut vertragen.
Darüber hinaus schützt die Zunahme des Blutvolumens während der Schwangerschaft (etwa 1250 ml) in gewissem Maße vor den Auswirkungen von Blutungen nach der Geburt. [2]
Wann tritt die Geburtsblutung auf?
Sie tritt in der Regel zum Zeitpunkt der Geburt oder innerhalb der ersten 2 Stunden nach der Geburt auf. Sie kann jedoch auch später auftreten, mehr als 24 Stunden und bis zu 12 Wochen nach der Geburt.
Ein gar nicht so seltenes und gefährliches Phänomen
Die Wochenbettblutung betrifft schätzungsweise 2 bis 10 % der Frauen, die entbinden. Diese Zahl variiert je nach Studie und Land. Laut einer aktuellen Studie aus den Niederlanden an 2,5 Millionen Frauen zwischen 2000 und 2013 ist die Rate der Geburtsblutungen von 4,1 % auf 6,4 % gestiegen [3].
Glücklicherweise ist sie in den meisten Fällen leicht und wird schnell behandelt. Sie ist jedoch die häufigste Ursache für Müttersterblichkeit in Frankreich.