Die Antwort auf die Frage „Wie erkenne ich, ob ich unfruchtbar bin?" kann nur durch geeignete medizinische Untersuchungen gegeben werden. Die Abklärungen unterscheiden sich je nach Geschlecht.
Eine Konsultation wird nach 12 Monaten erfolgloser Versuche dringend empfohlen. Ist die Frau älter als 35 Jahre, wird die Konsultation bereits nach 6 Monaten empfohlen. Die Ärztin bzw. der Arzt beurteilt bei beiden Partnern folgende Punkte: Alter, gynäkologische oder andrologische Vorgeschichte, chronische Erkrankungen, Lebensstil (Rauchen, Drogen, Schadstoffexposition).
Dieser Schritt ermöglicht es, die mögliche Ursache der Misserfolge zu ermitteln, die einzuleitenden Untersuchungen festzulegen und das weitere Vorgehen zu planen [4] [5].
Fertilitätsuntersuchungen bei der Frau
Hormonanalysen und Zyklusbeobachtung
Eine erste medizinische Untersuchung besteht darin, die für den Eisprung verantwortlichen Hormone zu analysieren, wie FSH, LH, Estradiol und Progesteron. Blutuntersuchungen ermöglichen es festzustellen, ob der Eisprung regelmäßig und funktionsfähig ist.
Hormonwerte:
- TSH → Untersuchung der Schilddrüsenfunktion.
- Estradiol, Progesteron, LH, FSH: Erkennung von Problemen beim Eisprung oder der Hypophyse.
- Anti-Müller-Hormon (AMH): ein Wert derniedriges Anti-Müller-Hormon ist ein Marker der Ovarialreserve an Follikeln. Wird bei Verdacht auf eine verminderte Ovarialreserve oder vor einer Kinderwunschbehandlung angeordnet.
Es wird außerdem nach Erkrankungen gesucht, mit einem Screening auf HIV, HBV, HCV, Syphilis, Röteln, Toxoplasmose, Windpocken, Chlamydien usw.
Der Beckenultraschall ergänzt diese Untersuchung, um die Eierstöcke zu beurteilen und festzustellen, ob ein mögliches pcos (PCOS), die Entwicklung der Follikel, uterine Ursachen (Myome, Polypen, Fehlbildungen) oder eine Endometriose vorliegt.
Untersuchungen der Gebärmutter und der Eileiter
Die Hysterosonografie, eine Röntgenuntersuchung, ermöglicht die Darstellung der Gebärmutterhöhle und der Eileiter. Sie erlaubt so die Erkennung von Myomen, Polypen, einer Uterusseptierung oder einer Eileiterverschluss. Diese Untersuchung wird zu Beginn des Zyklus, nach der Menstruation, durchgeführt.
Eine Hysteroskopie oder ein Beckenultraschall können ebenfalls Anomalien der Gebärmutter aufdecken.
Die abdomino-pelvine Laparoskopie ermöglicht die Diagnose von Eileiterschäden und Beckenerkrankungen wie der Endometriose.
Es gibt weitere mögliche ergänzende Untersuchungen:
- Endometriumbiopsie (zweite Zyklushälfte) → Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut.
- Ergänzendes Hormonprofil: Prolaktin (Hypophysenanomalien), Androgene (Verdacht auf PCOS).
- Abdomino-pelvines MRT: genauere Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane.
- Karyotyp: chromosomale Untersuchungen.
Fertilitätsuntersuchungen beim Mann
Das Spermiogramm ist die Fertilitätstest Mann als Referenz. Er analysiert die Konzentration, die Beweglichkeit und die Morphologie der Spermien.
Bei einem auffälligen Befund können weitere ergänzende Untersuchungen angeordnet werden:
- Ergänzende Spermaanalysen: Suche nach Anti-Spermien-Antikörpern, Anomalien der Zusammensetzung.
- Ultraschall der Geschlechtsorgane: Hoden, Prostata, Samenleiter.
- Hormonprofil: Testosteron, FSH, LH … zur Beurteilung der Spermatogenese.
- Karyotyp und Gentests: bei Verdacht auf Infertilität chromosomalen Ursprungs.
- Hodenbiopsie: ermöglicht die direkte Untersuchung der Spermienproduktion in den Hoden.
Es wird außerdem eine serologische Untersuchung durchgeführt, um das Fehlen folgender Erkrankungen zu bestätigen: HIV, HBV, HCV, Syphilis.
Fertilitätsuntersuchungen als Paar
Diese Untersuchung wird nicht als erste Maßnahme durchgeführt, kann aber in einem zweiten Schritt angeordnet werden. Sie erfolgt 6 bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr.
Dabei wird der Zervixschleim der Frau entnommen, um seine Qualität sowie die Anwesenheit und Beweglichkeit der Spermien zu beurteilen.
Dieser Test ermöglicht es, die Wechselwirkung zwischen Zervixschleim und Spermien zu beurteilen. Er kann insbesondere einen Zervixschleimmangel, ein Spermienproblem oder eine immunologische Anomalie aufdecken, wenn ansonsten alles normal erscheint.