Die Studien sind nicht unbedingt zuverlässig
In einer Übersichtsarbeit mit 44 Studien wurde die Wirkung der Membranablösung auf die Geburtseinleitung untersucht [3]. 14 Studien gaben an, dass bei geschlossenem Muttermund stattdessen eine Zervixmassage anstelle einer Membranablösung durchgeführt wurde. Somit konnte die „Membranablösung" in diesen 14 Studien tatsächlich entweder eine Zervixmassage oder eine Ablösung gewesen sein.
Die Autoren beurteilten die eingeschlossenen Studien mehrheitlich als mit geringem oder unklarem Biasrisiko behaftet.
Im Allgemeinen war das Risiko eines Durchführungsbias jedoch hoch, da die 44 Studien keine Verblindung der Studie, auch als Verblindung der Studie bezeichnet, durchgeführt haben.
Verblindung bedeutet, dass Kliniker und Forscher nicht wissen, wer welche Behandlung erhält – also die eigentliche Behandlung, keine Behandlung oder ein Placebo. Wenn keine Verblindung eingesetzt wird, wie es bei all diesen Studien der Fall ist, kann dies zu einem Bias führen, das heißt, Kliniker könnten dazu neigen, der Behandlungsgruppe eine bessere Versorgung zukommen zu lassen, in der Hoffnung, dass sie sich als wirksam erweist.
Wenn ein Leistungserbringer beispielsweise wusste, dass eine Person zur Behandlungsgruppe für die Membranablösung gehörte, könnte er die Planung einer formellen Geburtseinleitung verzögern, in der Hoffnung, dass die Person in der Behandlungsgruppe spontan von selbst in die Wehen kommt.