Bestimmte Inhaltsstoffe sind unabhängig von der Nahrungsaufnahme der Mutter stabil. Das bedeutet, dass dein Körper auf seine Reserven zurückgreift, um dem Säugling eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.
Proteine
Der Proteingehalt der Muttermilch wird nicht durch die Ernährung der Mutter beeinflusst, steigt jedoch mit dem Körpergewicht der Mutter im Verhältnis zu ihrer Körpergröße und nimmt bei Müttern ab, die größere Milchmengen produzieren [2]. Studien aus Europa und den USA haben keinen Zusammenhang zwischen dem Gesamtproteingehalt der Muttermilch und der mütterlichen Aufnahme von Gesamtprotein, tierischem Protein oder pflanzlichem Protein festgestellt [3].
Kohlenhydrate
Was die Kohlenhydrate betrifft, wurde kein Zusammenhang zwischen dem Gesamtkohlenhydratgehalt der Muttermilch und der Energiezufuhr der Mutter über die Nahrung gefunden. Ebenso wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Laktosegehalt der Muttermilch und einer proteinreichen Ernährung festgestellt, noch mit einer fettreichen und kohlenhydratarmen Ernährung der Mutter im Vergleich zu einer fettarmen und kohlenhydratreichen Ernährung [4].
Cholesterin
Der Cholesteringehalt der Muttermilch bleibt selbst bei Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel konstant und steigt nur in schweren Fällen einer pathologischen Hypercholesterinämie an [5].
Die meisten Mineralstoffe
Was Mineralstoffe und Spurenelemente betrifft, ist ihr Gehalt relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen der mütterlichen Zufuhr. In einer in Nordamerika durchgeführten Studie wurde beispielsweise keine Korrelation zwischen dem Eisen-, Kalzium-, Magnesium- und Kaliumgehalt der Muttermilch und der entsprechenden Nahrungsaufnahme der Mutter festgestellt [6].
Vitamine E, K und B9
Insgesamt variieren die Vitaminspiegel in Abhängigkeit von der mütterlichen Zufuhr, wobei einige weniger stark beeinflusst werden. Der Vitamin-E-Status wird kaum beeinflusst, und der Vitamin-K-Status ist weitgehend unabhängig von der Zufuhr; eine Vitamin-K-Supplementierung kann jedoch dazu beitragen, seine Konzentration in der Muttermilch zu erhöhen [7].
Was Folate (Vitamin B9) betrifft, bleibt die Konzentration in der Muttermilch auch dann aufrechterhalten, wenn die Mutter einen Folatmangel hat. Da der Folatgehalt in der Milch konstant gehalten wird, sinkt bei Frauen mit geringer Zufuhr der eigene Folatspiegel im Verlauf der Stillzeit zunehmend [8]. Die in der Muttermilch enthaltenen Folate und Vitamin B12 sind an Molkenproteine gebunden; daher beeinflussen mütterliche Faktoren, die die Proteinsekretionregulieren, den Gehalt dieser Vitamine in der Milch kurzfristig stärker als Schwankungen in der mütterlichen Vitaminzufuhr [9].