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Microchimérisme et grossesse : que se passe-t-il ?

Mikrochimärismus und Schwangerschaft: Was passiert dabei?

Mikrochimärismus bezeichnet das Vorhandensein von Zellen eines Individuums in einem anderen, genetisch verschiedenen Individuum.
Inhaltsverzeichnis

Mikrochimärismus bezeichnet das Vorhandensein von Zellen eines Individuums in einem anderen, genetisch unterschiedlichen Individuum.

Die Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für natürlichen Mikrochimärismus durch einen bidirektionalen transplazentaren Zellaustauch zwischen Mutter und Fötus. Während einer normalen Schwangerschaft findet ein reversibler Transfer von mütterlichen, fötalen und plazentaren Zellen statt.

Mikrochimärismus

Was ist fetaler Mikrochimärismus?

Die Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für natürlichen Mikrochimärismus durch einen bidirektionalen transplazentaren Zellaustauch zwischen Mutter und Fötus. Während einer normalen Schwangerschaft findet ein reversibler Transfer von mütterlichen, fötalen und plazentaren Zellen statt. Dieser tritt in allen Schwangerschaften auf und nimmt mit dem Gestationsalter zu.

Eine kleine Anzahl von Zellen der Mutter bleibt bis ins Erwachsenenalter beim Kind erhalten (maternaler Mikrochimärismus), während eine kleine Anzahl von Zellen aus früheren Schwangerschaften viele Jahre lang bei der Mutter verbleibt (fötaler Mikrochimärismus)[1].

Die Messung des Y-Chromosoms bei Frauen, die bereits männliche Schwangerschaften hatten, ist eine praktische Methode zur Beurteilung des Mikrochimärismus. Mit dieser Methode wurden in einer Reihe von Studien männliche Zellen mutmaßlich fötalen Ursprungs bei 30 bis 50 % der Frauen nachgewiesen[2]. Es ist nicht notwendig, einen Jungen geboren zu haben, damit ein fötaler Mikrochimärismus vorliegt, aber er lässt sich so leichter beobachten (anhand des Y-Chromosoms).

Der Zellenaustausch geht über Mutter und Fötus hinaus

Man geht davon aus, dass Mikrochimärismus nicht auf den bidirektionalen Austausch von mütterlichen und fötalen Zellen beschränkt ist: Auch Zellen älterer Geschwister oder sogar Zellen der Großmutter mütterlicherseits können auf den Fötus übertragen werden [3]! Ein Zellenaustausch kann auch zwischen Zwillingsfeten im Mutterleib stattfinden [4].

Er wird noch Jahre nach der Schwangerschaft beobachtet

Dieser Transfer fötaler Zellen beginnt in der 4. oder 5. Woche nach der Befruchtung und setzt sich während der gesamten Schwangerschaft fort. Diese Zellen können bis zu 30 Tage lang im mütterlichen Blut nach der Geburt nachgewiesen werden [5].

Es wurde berichtet, dass männliche fötale Vorläuferzellen bis zu 27 Jahre nach der Geburt in Geweben nachgewiesen wurden [6].

Mikrochimärismus wird auch bei nicht ausgetragenen Schwangerschaften beobachtet

Für die Entwicklung von Mikrochimärismus ist es nicht notwendig, eine Schwangerschaft auszutragen und ein Kind zur Welt zu bringen. Frühe Schwangerschaftsabbrüche durch chirurgischen Eingriff können bis zu 500 000 fötale Zellen in den Blutkreislauf der Frau freisetzen [7].

Männlicher Mikrochimärismus wird bei Frauen beobachtet, die keinen Sohn geboren haben!

Bei einem Fünftel der Frauen, die keine männliche Geburt hatten, wurde männlicher Mikrochimärismus entdeckt. Dies kann auf verschiedene Weisen entstehen: Früher Spontanabort eines männlichen Embryos, Verschwinden eines männlichen Zwillings, Übertragung männlicher Zellen eines älteren Geschwisters über den mütterlichen Kreislauf oder eine noch unerforschte Möglichkeit: die Übertragung männlicher DNA in den Blutkreislauf der Frau beim Geschlechtsverkehr [8].

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Welche Auswirkungen hat der fetale Mikrochimärismus?

Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Schwangerschaft ein Schutzfaktor gegen bestimmte Krebsarten (Brust, Eierstock) sein könnte. Lange Zeit wurde dieser Effekt hormonellen Faktoren zugeschrieben, aber der während der Schwangerschaft erworbene fötale Mikrochimärismus könnte zu diesem Schutzeffekt beitragen [9]. Er könnte eine positive Wirkung auf die immunologische Überwachung maligner Zellen haben [10].

Schon gewusst?

In einer Studie mit 82 Patientinnen wurde bei einer signifikant geringeren Anzahl von Frauen mit Brustkrebs ein fötaler Mikrochimärismus nachgewiesen als bei gesunden Frauen [11].

In einer Studie mit 99 Frauen bestätigten Forschende die Ergebnisse der vorherigen Studie und zeigten, dass die Häufigkeit fötaler Zellen bei Brustkrebspatientinnen mit positivem Screening-Ergebnis deutlich geringer war als bei Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung [12]. Fötale Mikrochimerismen sind bei gesunden Frauen häufiger als bei Frauen mit Brustkrebs (43 % gegenüber 14 %) [13].

Diese Autorinnen und Autoren legen nahe, dass mikrochimäre fötale Zellen bei Frauen, die Kinder bekommen haben, eine immunologische Überwachung des Brustkrebses übernehmen könnten. 

Achtung: Mikrochimärismus ist kein nachgewiesener Schutzfaktor – man beobachtet lediglich, dass gesunde Frauen mehr davon haben. Das kann aber auch bedeuten, dass man, wenn man von Anfang an gesund ist, eine größere Chance hat, Mikrochimärismus zu entwickeln…

Eine Schwangerschaft in fortgeschrittenem Alter wurde mit einem reduzierten Risiko für Eierstockkrebs in Verbindung gebracht. Da die Anzahl mikrochimärer Zellen bei Frauen mit zunehmendem Abstand zur Schwangerschaft abnimmt und Eierstockkrebs am häufigsten bei Frauen in der Menopause auftritt, ist es möglich, dass der fötale Mikrochimärismus auch beim Eierstockkrebs eine schützende Rolle spielt [14].

Es wurde außerdem nachgewiesen, dass sich mikrochimäre fötale Zellen in Lungentumoren von Frauen noch Jahrzehnte nach der Schwangerschaft ansammeln. Ihre Häufigkeit war in Lungentumoren mehrfach höher als im umliegenden gesunden Lungengewebe. Fötale Zellen können aus dem Knochenmark zu Tumorstellen rekrutiert werden, wo sie ihre Rolle bei der Immunüberwachung und der Gewebereparatur übernehmen [15].

Mikrochimäre fötale Zellen exprimieren Kollagen I und III in verheilten mütterlichen Narben.

Der Nachweis männlicher fötaler Zellen in verheilten Kaiserschnittnarben von Müttern nach der Schwangerschaft legt nahe, dass fötale Zellen – möglicherweise als Reaktion auf Signale, die durch die mütterliche Hautverletzung beim Kaiserschnitt entstehen – zur Verletzungsstelle wandern, um an der Reparatur des mütterlichen Gewebes mitzuwirken, oder sich dort lokal vermehren [16].

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Welchen Einfluss hat der fetale Mikrochimärismus auf die mütterliche Immunität?

Bei Frauen mit Sklerodermie wird mehr Mikrochimärismus beobachtet

Die progressive systemische Sklerose, auch bekannt als Sklerodermie, ist eine Autoimmunerkrankung, die hauptsächlich Frauen in den Jahren nach der Geburt betrifft und eine auffallende Ähnlichkeit mit der Graft-versus-Host-Erkrankung aufweist [17].

Eine Studie suchte nach männlicher DNA bei Frauen mit progressiver systemischer Sklerose und bei gesunden Frauen, die mindestens einen Sohn geboren hatten. Die DNA-Spiegel waren bei Frauen mit progressiver systemischer Sklerose signifikant höher als bei gesunden Frauen. Einige Frauen mit progressiver systemischer Sklerose, die mehrere Jahrzehnte zuvor ein männliches Kind geboren hatten, erzielten vergleichbare Ergebnisse wie Frauen, die aktuell mit einem gesunden männlichen Fötus schwanger waren [18].

Bei Frauen mit Sjögren-Syndrom wird mehr Mikrochimärismus beobachtet

Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die durch Mund- und Augentrockenheit gekennzeichnet ist und auch andere Körperstellen betreffen kann. Es tritt häufiger bei Frauen über 40 auf.

Der fetale Mikrochimärismus stand im Mittelpunkt einer Studie mit 56 Frauen, die am Sjögren-Syndrom erkrankt waren, von denen 42 mindestens ein männliches Kind hatten. In 29 % der Speicheldrüsen und 22 % der Lungenproben der Patientinnen mit Sjögren-Syndrom wurde männliche DNA nachgewiesen. Keine dieser Probandinnen hatte eine Vorgeschichte von Bluttransfusionen. Die PCR-Sequenz des männlichen Chromosoms wurde in den Kontrollproben nicht nachgewiesen. Vier der Probandinnen, die älter als 60 Jahre waren, hatten bis zu 27 Jahre nach der Geburt nachweisbare fetale Zellen in ihrem peripheren Blut [19].

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Fazit

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Mikrochimärismus und Schwangerschaft: Was passiert dabei?

[1] Sandhya Shrivastava et al., « Microchimerism: A new concept », Journal of Oral and Maxillofacial Pathology : JOMFP 23, no 2 (2019): 311.        10.4103/jomfp.JOMFP_85_17    

[2] Uzma Mahmood et Keelin O’Donoghue, « Microchimeric fetal cells play a role in maternal wound healing after pregnancy », Chimerism 5, no 2 (1 avril 2014): 40‑52. 10.4161/chim.28746

[3] Amy M. Boddy et al., « Fetal microchimerism and maternal health: A review and evolutionary analysis of cooperation and conflict beyond the womb », Bioessays 37, no 10 (octobre 2015): 1106‑18.        10.1002/bies.201500059    

[4] Małgorzata Waszak et al., « Microchimerism in Twins », Archives of Medical Science: AMS 9, no 6 (30 décembre 2013): 1102‑6. 10.5114/aoms.2013.39212

[5] Ralph P Miech, « The role of fetal microchimerism in autoimmune disease », International Journal of Clinical and Experimental Medicine 3, no 2 (12 juin 2010): 164‑68.        PMC2894651    

[6] D. W. Bianchi et al., « Male Fetal Progenitor Cells Persist in Maternal Blood for as Long as 27 Years Postpartum », Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 93, no 2 (23 janvier 1996): 705‑8.

[7] Maureen A. Knippen, « Microchimerism: Sharing Genes in Illness and in Health », ISRN Nursing 2011 (2011): 893819.        10.5402/2011/893819    

[8] Zhen Yan et al., « Male Microchimerism in Women without Sons: Quantitative Assessment and Correlation with Pregnancy History », The American Journal of Medicine 118, no 8 (août 2005): 899‑906.        10.1016/j.amjmed.2005.03.037    

[9] Charlotte Boyon et al., « Fetal Microchimerism: Benevolence or Malevolence for the Mother? », European Journal of Obstetrics, Gynecology, and Reproductive Biology 158, no 2 (octobre 2011): 148‑52.        10.1016/j.ejogrb.2011.05.008    

[10] Vijayakrishna K. Gadi et J. Lee Nelson, « Fetal Microchimerism in Women with Breast Cancer », Cancer Research 67, no 19 (1 octobre 2007): 9035‑38.        10.1158/0008-5472.CAN-06-4209    

[11] Vijayakrishna K. Gadi et J. Lee Nelson, « Fetal Microchimerism in Women with Breast Cancer », Cancer Research 67, no 19 (1 octobre 2007): 9035‑38. https://doi.org/10.1158/0008-5472.can-06-4209

[12] Vijayakrishna K. Gadi et al., « Case-Control Study of Fetal Microchimerism and Breast Cancer », PLoS ONE 3, no 3 (5 mars 2008): e1706.        10.1371/journal.pone.0001706    

[13] Vijayakrishna K. Gadi et J. Lee Nelson, « Fetal Microchimerism in Women with Breast Cancer », Cancer Research 67, no 19 (1 octobre 2007): 9035‑38. https://doi.org/10.1158/0008-5472.can-06-4209

[14] Janet A. Sawicki, « Fetal Microchimerism and Cancer », Cancer research 68, no 23 (1 décembre 2008): 9567‑69. 10.1158/0008-5472.CAN-08-3008

[15] Janet A. Sawicki, « Fetal Microchimerism and Cancer », Cancer research 68, no 23 (1 décembre 2008): 9567‑69. 10.1158/0008-5472.CAN-08-3008

[16] Uzma Mahmood et Keelin O’Donoghue, « Microchimeric fetal cells play a role in maternal wound healing after pregnancy », Chimerism 5, no 2 (1 avril 2014): 40‑52. 10.4161/chim.28746

[17] Maureen A. Knippen, « Microchimerism: Sharing Genes in Illness and in Health », ISRN Nursing 2011 (2011): 893819.        10.5402/2011/893819    

[18] Maureen A. Knippen, « Microchimerism: Sharing Genes in Illness and in Health », ISRN Nursing 2011 (2011): 893819.        10.5402/2011/893819    

[19] M. Kuroki et al., « Detection of Maternal-Fetal Microchimerism in the Inflammatory Lesions of Patients with Sjögren’s Syndrome », Annals of the Rheumatic Diseases 61, no 12 (décembre 2002): 1041‑46.        10.1136/ard.61.12.1041    

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