Konsultationen und Fertilitätsdiagnostik
Alles beginnt mit einer ersten Beratungskonsultation in einem Fertilitätszentrum oder bei einer spezialisierten Gynäkologin bzw. einem spezialisierten Gynäkologen. Dieser Schritt dient zunächst dazu, die Grundlagen des Weges zu legen. Er ist auch wichtig, um den Erfahrungen der Patientin bzw. des Patienten zuzuhören. Dabei werden auch die gynäkologische, sexuelle und manchmal psychologische Geschichte besprochen. Anschließend werden die Untersuchungen eingeleitet.
Die Fertilitätsdiagnostik wird von der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt verordnet, um mögliche Ursachen der Unfruchtbarkeit zu beurteilen. Bei der Frau umfasst dies eine Hormonbestimmung (FSH, LH, AMH, Estradiol usw.), eine Beckenultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Eierstöcke und der Follikelanzahl sowie eine Untersuchung der Eileiter (Hysterosalpingographie oder Hysterosonographie).
Beim Mann ermöglicht ein Spermiogramm die Beurteilung von Menge, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien. Je nach Ergebnis können ergänzende Untersuchungen empfohlen werden.
Hormonbehandlungen und Verlaufskontrollen
Sobald das Protokoll gewählt wurde (Insemination, IVF usw.), wird eine ovarielle Stimulationsbehandlung eingeleitet. Ziel ist es, das Wachstum mehrerer Follikel in den Eierstöcken anzuregen, um die Erfolgschancen des Zyklus zu erhöhen.
Diese Stimulation erfolgt in der Regel durch tägliche Hormoninjektionen (rekombinantes FSH, hMG …) über einen Zeitraum von 8 bis 14 Tagen. Sie wird engmaschig durch Ultraschalluntersuchungen sowie Hormonspiegel-Bestimmungen überwacht. So können die Dosen bei Bedarf angepasst werden. Diese Anpassung dient insbesondere dazu, das Risiko einer Überstimulation zu vermeiden und den optimalen Zeitpunkt für die Auslösung des Eisprungs zu bestimmen.
Dies ist eine körperlich und psychisch anspruchsvolle Phase, die von zahlreichen Arztterminen und hormonellen Schwankungen geprägt ist.
Entnahme und Befruchtung / Insemination
Sobald die Follikel eine ausreichende Größe erreicht haben, wird eine hCG-Injektion (oder ein GnRH-Agonist) verabreicht, um den Eisprung auszulösen. Etwa 36 Stunden später findet die Eizellentnahme statt. Dieser Eingriff wird von einer Gynäkologin bzw. einem Gynäkologen und Geburtshelfer durchgeführt. Er kann unter Lokal- oder Vollnarkose erfolgen. Dabei werden die Eizellen auf transvaginalem Weg mithilfe einer feinen, ultraschallgeführten Nadel entnommen.
Am selben Tag wird das Sperma entnommen (durch Eigenentnahme oder Auftauen von Strohhalmen bei einem Spender). Es wird anschließend im Labor aufbereitet und dann für die Befruchtung verwendet. Je nach Fall erfolgt diese auf natürliche Weise (Zusammenführen der Gameten in einer Kulturschale) oder durch Mikroinjektion (ICSI), bei der ein einzelnes Spermium in jede Eizelle eingebracht wird.
Im Falle einer Insemination werden die Spermien parallel dazu aufbereitet und dann direkt zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter eingebracht. Dies erfolgt ohne Eizellentnahme.
Embryotransfer
Einige Tage nach der Befruchtung (in der Regel zwischen Tag 2 und Tag 5) werden ein oder mehrere Embryonen in die Gebärmutterhöhle übertragen oder eingefroren.
Je nach biologischen Ergebnissen, den Empfehlungen des Teams und dem Elternschaftsprojekt können die Embryonen auch für einen späteren Transfer eingefroren werden.
Der Embryotransfer selbst ist schnell, schmerzlos und wird ambulant durchgeführt. Er erfolgt mithilfe eines kleinen, weichen Katheters in gynäkologischer Position und ohne Narkose.
Nach dem Transfer wird häufig eine Progesteronbehandlung verordnet. Diese dient insbesondere dazu, die Lutealphase zu unterstützen und die Einnistung des Embryos zu fördern.
Schwangerschaftstest und Warten auf die Ergebnisse
Dann beginnt eine der am meisten gefürchteten Phasen: das Warten auf einen positiver Schwangerschaftstest. Etwa zwei Wochen liegen zwischen dem Embryotransfer oder der Insemination und dem Schwangerschaftstest. Diese Zeit ist von großer emotionaler Anspannung geprägt. Jedes Symptom kann interpretiert werden, jedes Ausbleiben eines Zeichens wird zur Quelle von Angst.
Das Ergebnis wird durch eine Blutabnahme bestätigt, bei der der Beta-hCG-Spiegel gemessen wird. Ist der Test positiv, muss der Beta-hCG-Wert in der Regel 48 Stunden später erneut bestimmt werden, um zu überprüfen, ob er sich tatsächlich verdoppelt. Ist dies der Fall, wird ein Ultraschall geplant, um das Vorhandensein eines Embryos, seine Entwicklung und seine Lage zu überprüfen und eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Bei einem negativen Ergebnis muss häufig ein neuer Versuch mit den notwendigen Anpassungen in Betracht gezogen werden.