Im Gegensatz zu Säuglingsnahrung, die in einem sehr engen Zusammensetzungsbereich standardisiert ist, ist die Zusammensetzung der Muttermilch dynamisch und verändert sich im Verlauf einer Mahlzeit, im Tagesverlauf, während der Stillzeit sowie zwischen verschiedenen Müttern und Bevölkerungsgruppen.
Die Hintermilch, definiert als die letzte Milch einer Stillmahlzeit, kann zwei- bis dreimal so viel Fett enthalten wie die Vormilch, die als die erste Milch einer Stillmahlzeit definiert wird [1]. Im Verlauf jeder Stillmahlzeit ist die zuerst abgegebene Milch flüssiger und enthält mehr Laktose, die den Durst des Babys stillt, während die Hintermilch cremiger ist und mehr Fett enthält, um den Bedarf des Babys zu decken [2].
Außerdem ergab eine Studie, dass der Fettgehalt der Milch bei nächtlichen und morgendlichen Stillmahlzeiten signifikant niedriger war als bei Stillmahlzeiten am Nachmittag oder Abend [3].
Mach dir aber keine Sorgen darüber, welche Milch du deinem Baby an der Brust gibst – beim Stillen nach Bedarf reguliert sich das von selbst: Vertrau deinem Körper und deinem Kind.
Darüber hinaus ist Melatonin (ein Hormon, das eine Rolle bei der Schlafregulierung spielt) ein normaler Bestandteil der Muttermilch, wobei die Konzentrationen nachts (mit einem Höchstwert gegen 3 Uhr morgens) höher sind als tagsüber.
Einige Autoren empfehlen, dass Mütter nachts im Dunkeln stillen sollten, um einen Rückgang des Melatoningehalts in der Muttermilch zu vermeiden, der den Schlaf des Säuglings stören könnte. Für Frauen, die Milch für ihren Säugling abpumpen, wurde außerdem vorgeschlagen, tagsüber abgepumpte Milch von der im Dunkeln abgepumpten Milch zu trennen, um den Schlafrhythmus des Säuglings nicht zu stören [4].
Und beim Abpumpen?
Aufgrund ihres hohen Fettgehalts ist die Hintermilch viskoser, was erklären könnte, warum sie sich mit einer elektrischen Milchpumpe schwerer abpumpen lässt. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Mütter, die manuell abpumpten, einen höheren Fettgehalt in ihrer Milch hatten als Frauen, die ausschließlich eine elektrische Milchpumpe verwendeten [5]. DieTeilstillen ist ebenfalls möglich.
Um zu erfahren wie man Milch abpumpt, schau dir unseren Artikel zu diesem Thema an.
Versuche, bei jeder Abpumpsitzung lange genug zu pumpen, damit dein Kind nicht hauptsächlich Vormilch und zu wenig Hintermilch bekommt [6]. Wie häufig dieses Phänomen auftritt, ist bisher nicht dokumentiert und bedarf weiterer Untersuchungen.