Prolaktin: das Stillhormon, das den Eisprung blockiert
Prolaktin wird häufig mit dem Stillen in Verbindung gebracht, kann aber auch außerhalb einer Schwangerschaft oder Stillzeit erhöht sein. Und wenn es zu stark ansteigt, wird es zu einem erheblichen Hindernis für die Konzeption.
Die physiologischen Auswirkungen: Eine Hyperprolaktinämie (erhöhter Prolaktinspiegel) hemmt direkt die GnRH-Ausschüttung durch den Hypothalamus, was die Produktion von FSH und LH blockiert – den beiden Hormonen, die für die Auslösung des Eisprungs unerlässlich sind. Die Folge: unregelmäßige oder ausbleibende Zyklen (Amenorrhö), fehlender Eisprung und manchmal Milchfluss aus der Brust außerhalb der Schwangerschaft (Galaktorrhö). Dieser Anstieg kann durch chronischen Stress, bestimmte Medikamente (Antidepressiva, Neuroleptika), eine Hypothyreose oder ein gutartiges Hypophysenadenom verursacht werden.
Was du erkunden kannst:
- Eine Blutbestimmung des Prolaktinspiegels, idealerweise morgens nüchtern und in Ruhe (Stress lässt den Prolaktinspiegel ansteigen – mindestens 20 Minuten Wartezeit)
- Sehr unregelmäßige oder ausbleibende Zyklen? Milchfluss aus der Brust? Verminderte Libido? Denk an Prolaktin
- Überprüfe deine Schilddrüse und dein chronisches Stressniveau – zwei Faktoren, die den Prolaktinspiegel häufig ansteigen lassen
Androgenüberschuss: wenn männliche Hormone die Oberhand gewinnen
Androgene (Testosteron, Androstendion, DHEA) sind Hormone, die auch Frauen produzieren, jedoch in deutlich geringerer Menge als Männer. Wenn sie im Überschuss vorhanden sind, bringen sie das gesamte weibliche Hormongleichgewicht durcheinander.
Die physiologischen Auswirkungen: Ein Androgenüberschuss stört die Reifung der Follikel in den Eierstöcken und verhindert den Eisprung. Die Follikel beginnen sich zu entwickeln, erreichen aber keine vollständige Reifung: Sie bleiben als kleine Zysten an der Oberfläche der Eierstöcke stecken (daher der Name Syndrom der polyzystischen Ovarien, PCOS). Diese Hyperandrogenämie erzeugt auch eine Insulinresistenz, die das hormonelle Ungleichgewicht in einem Teufelskreis verschlimmert. Ohne Eisprung kein Gelbkörper, also keine Progesteron, und ein Endometrium, das für die Einnistung ungeeignet ist. Der Androgenüberschuss äußert sich auch durch Akne (vor allem im unteren Gesichtsbereich und am Kiefer), übermäßige Körperbehaarung (Hirsutismus) und Haarausfall.
Androgenüberschuss und Fruchtbarkeit: Testosteron, DHEA und Androstendion im Überschuss blockieren den Eisprung, verursachen unregelmäßige Zyklen und verhindern die Follikelreifung. PCOS (Syndrom der polyzystischen Ovarien) ist die häufigste Ursache für Hyperandrogenämie bei Frauen mit Schwierigkeiten beim Konzipieren.
Was du erkunden kannst:
- Ein vollständiges Hormonprofil: Gesamttestosteron, SHBG, DHEA, Androstendion, Delta-4
- Anhaltende Akne, übermäßige Körperbehaarung, Haarausfall? Sehr unregelmäßige Zyklen? Denk an PCOS
- Halte deinen Blutzucker im Gleichgewicht: Insulin stimuliert die Androgenproduktion
- Reduziere raffinierte Kohlenhydrate, bevorzuge Ballaststoffe, Proteine und gesunde Fette
Blutzuckerungleichgewichte: die Achterbahn, die den Eisprung sabotiert
Du denkst, Blutzucker betrifft nur Diabetikerinnen? Dann lass dich eines Besseren belehren. Blutzuckerschwankungen und Insulinresistenz gehören zu den häufigsten (und am meisten unterschätzten) Ursachen für Schwierigkeiten beim Konzipieren.
Die physiologischen Auswirkungen: Wenn du Kohlenhydrate zu dir nimmst, schüttet deine Bauchspeicheldrüse Insulin aus, um den Zucker in deine Zellen zu transportieren. Wird dieses Insulin jedoch zu häufig abgerufen (Ernährung reich an raffinierten Zuckern, häufiges Snacken, zuckerhaltiges Frühstück), werden deine Zellen resistenter: Es braucht immer mehr Insulin für denselben Effekt. Ein Insulinüberschuss stimuliert die Eierstöcke direkt zur Produktion von Androgenen (Testosteron), was die Follikelreifung blockiert und den Eisprung verhindert. Hyperinsulinismus stört auch das Gleichgewicht zwischen FSH und LH, fördert Entzündungen und reduziert die Produktion von SHBG (dem Protein, das Sexualhormone transportiert), sodass zu viele freie Östrogene und Androgene im Blut zirkulieren.
Was du erkunden kannst:
- Häufige Heißhungerattacken, Erschöpfungseinbrüche nach den Mahlzeiten, Verlangen nach Süßem am Nachmittag? Zeichen eines Blutzuckerungleichgewichts
- Bestimmung von HbA1c, Nüchternblutzucker UND Nüchterninsulin (das Verhältnis Blutzucker/Insulin ist aussagekräftiger als der Blutzucker allein)
- Der Tipp: Protein- und fettreiches Frühstück