Die Milchpumpe erreicht nicht die Effizienz eines Babys an der Brust, wenn das Stillen gut etabliert ist. Die Menge Milch, die du beim Abpumpen erhältst, spiegelt daher nicht genau wider, was dein Baby trinkt. Es ist möglich, dass du beim ersten Mal nur wenige Tropfen gewinnst, aber das bedeutet nicht, dass du keine oder keine ausreichende Milch hast. Mit etwas Übung beginnt die Milch in größeren Mengen zu fließen. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich, eine IBCLC-Stillberaterin um Rat zu fragen oder mit einem professionellen Verleih zu prüfen, ob das verwendete Material und Zubehör deinen Bedürfnissen und deinem Profil entspricht.
Abpumpen in der Praxis
- Massiere beide Brüste und wärme sie auf, um sie vorzubereiten
- Pumpe beim ersten Mal maximal 10, 12 oder 15 Minuten an beiden Brüsten.
- Wenn du eine elektrische Milchpumpe verwendest, beginne mit einer niedrigen bis mittleren Sauggeschwindigkeit.
Achte auf deine Empfindungen. Das Abpumpen sollte keine Schmerzen verursachen.
- Finde den besten Zeitpunkt zum Abpumpen. Studien haben gezeigt, dass man ein besseres Ergebnis erzielt, wenn man 30 bis 45 Minuten nach Beginn einer Stillmahlzeit abpumpt. Manche Frauen ziehen es vor, jede zweite Stillmahlzeit abzupumpen.
- Das Abpumpen erfordert Übung. Es ist häufig so, dass sich ein regelmäßiger Rhythmus erst nach 2–3 Versuchen einstellt
- Warte nicht, bis deine Brüste zu voll sind, um abzupumpen, sondern tue es regelmäßig und halte dabei den von dir festgelegten Rhythmus ein.
- Du kannst dir ein Stillbustier kaufen, um ein „Freihändig-Set" zu haben, mit dem du deine Milch abpumpen kannst, ohne die Aufsätze festhalten zu müssen.
Deine Milchpumpe muss zu dir passen
- Achte darauf, dass die Saugglocken weder zu klein noch zu groß sind. Deine Brustwarze muss sich frei im Tunnel bewegen können. Du solltest weder Reibung noch Schmerzen spüren
- Wenn das Abpumpen schmerzhaft ist, musst du die Geschwindigkeit, die Saugstärke oder die Saugglocke anpassen. Manchmal kann es auch hilfreich sein, das Milchpumpenmodell zu wechseln.
- Zögere nicht, dir bei Schwierigkeiten die Hilfe einer IBCLC-Stillberaterin zu holen, um dich beim Stillen zu unterstützen.
Abpumpen mit guter Vorbereitung
Halte alles, was du brauchst, griffbereit, bevor du eine Abpumpsitzung beginnst: ein Getränk, einen Snack, deine Auffangbehälter, ein gutes Buch oder Musik. Mach es dir bequem, an einem ruhigen und ungestörten Ort. Stress kann insbesondere die Oxytocinproduktion des Körpers hemmen. Dieses Hormon löst den Milchspendereflex aus. Höre Musik, schau eine Serie oder sieh dir Fotos deines Babys an. Genieße einen Stillsnack das dir Freude macht.
Hygieneregeln beim Abpumpen
- Vergiss nicht, dir vor dem Beginn die Hände zu waschen
- Reinige die verschiedenen Zubehörteile (Saugglocken, kleine Membran, durch die die Milch fließt ...) gründlich mit warmem Seifenwasser und lass sie an der Luft trocknen (niemals mit einem Geschirrtuch, das ein Keimherd ist), bevor du sie verstaust.
- Nach der Abpumpsitzung kannst du das Zubehör der Milchpumpe in einen Zip-Gefrierbeutel legen und in den Kühlschrank stellen. So musst du es nicht nach jeder Abpumpsitzung waschen. Du kannst es dann zu Hause einmal alle 24 Stunden waschen. Achtung: Dies gilt nur für gesunde, termingerecht geborene Babys. Dieses Protokoll ist jedoch nicht geeignet für Milchspenden an Frühgeborene oder kranke Babys. In diesem Fall ist ein strengeres Hygieneprotokoll erforderlich.
Abgepumpte Muttermilch aufbewahren
Für die Aufbewahrung von Muttermilch, solltest du zunächst deine Hände gründlich waschen. Spüle die Behälter mit kaltem Wasser aus und wasche sie dann mit warmem Seifenwasser. Du kannst eine geeignete, parfümfreie Seife verwenden. Spüle sie anschließend erneut aus und lass sie an der Luft trocknen, ohne sie abzuwischen.
Es gibt grundsätzlich 3 Methoden zur Aufbewahrung von Muttermilch: bei Raumtemperatur, im Kühlschrank oder im Gefrierschrank:
Bei Raumtemperatur, in einem luftdichten Behälter, 4 bis 6 Stunden bei 19 °C bis 22 °C.
Im Kühlschrank, von 0 bis 4 °C, für 48 Stunden.
Im Gefrierschrank, 2 Wochen im einfachen Gefrierfach eines Kühlschranks, bis zu 3–4 Monate in einem 3-Sterne-Gefrierfach und 4 bis 6 Monate im Gefrierschrank bei -18 °C.
Aufgetaute Milch kann 24 Stunden im Kühlschrank oder 1 Stunde bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Friere aufgetaute Milch niemals wieder ein.
Unterwegs, kannst du sie in einer Isoliertasche (z. B. einer Lunchbox) mit einem Kühlakku nach Hause transportieren. Überschreite nicht 1 Stunde Transport oder 24 Stunden in einer echten Kühltasche.
Wie man abgepumpte Milch gibt
Du kannst die abgepumpte Milch in der Flasche geben. Es ist durchaus möglich, ein Teilstillen, abwechselnd Brust und Flasche. Für weitere Informationen zu diesem Thema, sieh dir unseren Artikel darüber an, wie man einem gestillten Baby die Flasche geben.
Es gibt Alternativen zu Flaschen. Die meisten davon werden nur vorübergehend verwendet:
Die Spritze.
Der Teelöffel.
Der Babycup. Er ähnelt einem kleinen Messbecher oder dem Verschluss bestimmter Flaschen. Er ist auf kleine Hände abgestimmt. Die Milch wird an den Mund des Babys gehalten, damit es in seinem eigenen Tempo schlecken kann. Besser ab 6 Monaten verwenden.
Als Flan. Wenn du mit der Beikost beginnst, kannst du deinem Baby auch Muttermilch-Flans mit Agar-Agar zubereiten.