Das Angst-Anspannung-Schmerz-Syndrom
Dr. Dick-Read war einer der ersten Geburtshelfer der modernen Ära, der sich eingehend mit der Frage des Schmerzes und dem befasste, was sich dahinter verbergen könnte. Seine verschiedenen Erfahrungen in Krankenhäusern und im ländlichen Umfeld führten ihn zu mehreren Forschungsarbeiten. Dadurch konnte er dem, was sich scheinbar abspielte, einen Namen geben: das Angst-Anspannung-Schmerz-Syndrom. Bei der Untersuchung der unterschiedlichen Reaktionen während der Geburten erkannte er, dass das, was Frauen, die sich vor Schmerzen krümmten, von jenen unterschied, die nicht einmal auf den Gedanken kamen, dass dies passieren könnte, die Angst war. Die Ersteren waren durch diese historisch-kulturelle, patriarchal geprägte Überlieferung geprägt und durchdrungen, während jene, die nicht litten, all diese Geschichten und die Vorstellung, dass das Gebären schmerzhaft sein müsse, schlicht nicht kannten.
So spricht man heute vom Angst-Anspannung-Schmerz-Syndrom: Wenn man Angst vor einem bestimmten Schmerz hat, geht man mit Anspannung in die Situation (auch wenn es unbewusst geschieht).
So spricht man heute vom Angst-Anspannung-Schmerz-Syndrom: Wenn man Angst vor einem bestimmten Schmerz hat, geht man mit Anspannung in die Situation (auch wenn es unbewusst geschieht).
Sobald der Muskel angespannt ist, kann er seine Aufgabe nicht mehr optimal erfüllen und arbeitet verkrampft. Der Schmerz entsteht. Und natürlich kann dieses Syndrom einen Teufelskreis auslösen: Denn sobald der Schmerz wahrgenommen wird, erzeugt er mehr Angst, die mehr Anspannung erzeugt, die mehr Schmerz erzeugt…