Der plötzliche Kindstod lässt sich unter anderem durch eine eingeschränkte Fähigkeit aufzuwachen erklären. Nächtliche Aufwachphasen wären demnach ein Schutzfaktor dagegen. Denn wenn ein Baby nachts (leicht) aufwacht, neigt es dazu, in leichteren, schützenden Schlafphasen zu verbleiben.
Dabei wachen gestillte Babys häufiger auf, um für einige Minuten zu trinken. Der National Health and Medical Research Council in Australien gibt an, dass Stillen das Risiko des plötzlichen Kindstods um 44 % senken würde[19].
Eine amerikanische Forscherin untersuchte den Schlaf gestillter Kinder, die das Bett mit ihrer Mutter teilten. Diese verbrachten mehr Zeit in den Schlafphasen 1 und 2 (weniger tief und daher schützend), hatten weniger obstruktive Apnoephasen und eine regelmäßigere Atmung als Kinder, die allein in ihrem Zimmer schliefen[20].
Laut der amerikanischen Forscherin McKenna würde Stillen so jedes Jahr 750 Babys das Leben retten – sei es vor dem plötzlichen Kindstod (SIDS) oder anderen Erkrankungen[21].
Eine Analyse von 288 Studien konnte zeigen, dass Stillen vor dem plötzlichen Kindstod schützt und dass dieser Schutz umso stärker war, je ausschließlicher das Stillen erfolgte[22].
Eine weitere Analyse aus dem Jahr 1983 untersuchte Neugeborenen-/Mutter-Statistiken und betrachtete dabei insbesondere die Stillintensität und -dauer. Sie zeigte einen kleinen Schutzfaktor des Stillens gegen den plötzlichen Kindstod, der mit zunehmender Stillintensität (ausschließliches Stillen) und längerer Stilldauer anstieg[23].